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    Recht & DSGVO
    23. Mai 20269 Min. Lesezeit· 452 Wörter

    EU AI Act für den Mittelstand: Pflichten und Fristen

    Was der EU AI Act für KMU bedeutet – Risikoklassen, Pflichten, Fristen und ein praxisnaher Umsetzungsplan ohne juristischen Overhead.

    Inhaltsverzeichnis

    Was ist der EU AI Act – kurz erklärt

    Der EU AI Act (Verordnung 2024/1689) ist die erste umfassende KI-Regulierung weltweit. Er trat im August 2024 in Kraft und gilt schrittweise. Für KMU sind drei Bausteine relevant:

    1. Verbotene KI-Praktiken (seit Februar 2025)
    2. KI-Kompetenz-Pflicht für alle Anwender (seit Februar 2025)
    3. Pflichten für Hochrisiko-KI (ab August 2026)
    4. Risikoklassen verstehen

      | Klasse | Beispiele | Pflichten |

      |---|---|---|

      | Verboten | Social Scoring, manipulative Systeme | Vollständiges Verbot |

      | Hochrisiko | HR-Screening, Kredit-Scoring, biometrische ID, kritische Infrastruktur | Risikomanagement, Daten-Governance, Transparenz, menschliche Aufsicht |

      | Begrenztes Risiko | Chatbots, Deepfakes, Emotionserkennung | Transparenzpflicht („Sie sprechen mit einer KI") |

      | Minimales Risiko | Spam-Filter, Empfehlungs-Systeme | Keine speziellen Pflichten |

      Die meisten KMU-Use-Cases (Chatbot, Texterstellung, Lead-Scoring im B2B) fallen in begrenztes oder minimales Risiko. Vorsicht bei HR- und Kredit-Use-Cases – die werden schnell Hochrisiko.

      KI-Kompetenz-Pflicht (Art. 4) – gilt seit Februar 2025

      Jedes Unternehmen, das KI einsetzt, muss sicherstellen, dass die betroffenen Mitarbeiter angemessene KI-Kompetenz besitzen. Das gilt auch, wenn Sie „nur" ChatGPT oder Microsoft Copilot nutzen.

      Praktisch bedeutet das: Dokumentierte Schulungen, klare Nutzungsrichtlinien, regelmäßige Auffrischung. Details im [KI-Schulungs-Leitfaden](/blog/ki-schulung-mitarbeiter-kmu).

      Was Sie konkret tun müssen – die 7-Punkte-Checkliste

      1. Inventarisierung: Welche KI-Systeme werden im Unternehmen eingesetzt? Auch ChatGPT-Accounts der Mitarbeiter zählen.
      2. Risiko-Klassifikation: Pro System einordnen (verboten / hoch / begrenzt / minimal).
      3. Kompetenz-Nachweis: Schulungsplan für alle betroffenen Mitarbeiter, dokumentiert.
      4. Nutzungsrichtlinie: Welche Daten dürfen in welches System? Verbindliche Policy.
      5. Transparenz: Bei Kundenkontakt (Chatbots etc.) Hinweis auf KI-Nutzung.
      6. Lieferanten-Pflicht: Vertragsklauseln mit KI-Anbietern, dass AI-Act-Anforderungen eingehalten werden.
      7. Reviewzyklus: Jährliche Prüfung neuer Use Cases und Risiko-Reklassifikation.
      8. Sanktionen

        Bei Verstößen drohen Bußgelder:

        • Bis 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes (bei verbotener KI)
        • Bis 15 Mio. € oder 3 % (bei Hochrisiko-Verstößen)
        • Bis 7,5 Mio. € oder 1 % (bei Falschangaben)

        Mittelstand-Regelung: Für KMU gelten in der Regel die niedrigeren Beträge – schmerzhaft genug.

        Zusammenspiel mit DSGVO

        Der AI Act ersetzt nicht die DSGVO – er ergänzt sie. Praktisch heißt das: Sie brauchen weiterhin AVV nach Art. 28 DSGVO, Datenschutz-Folgenabschätzung bei automatisierten Entscheidungen (Art. 35) und Transparenzpflichten nach Art. 13/14.

        Detail-Checkliste in unserem [DSGVO-Leitfaden für KI-Projekte](/blog/dsgvo-ki-projekte-checkliste).

        Realistischer Umsetzungsaufwand

        Für ein typisches mittelständisches Unternehmen (50–250 Mitarbeiter) liegt der Einmal-Aufwand bei 3–10 Beratertagen plus interner Koordinationszeit. Laufend rechnen Sie mit 0,5–1 Personentag pro Monat für Pflege.

        Wer einen kuratierten [KI-Marktplatz](/ki-marktplatz) nutzt, profitiert davon, dass Anbieter dort bereits DSGVO- und AI-Act-Anforderungen vor Listung nachweisen müssen.

        Fazit

        Der EU AI Act ist 2026 keine optionale Hausaufgabe mehr. Für KMU bleibt der Aufwand überschaubar – wenn man strukturiert vorgeht: Inventarisierung, Klassifikation, Schulung, Policy. Wer wartet, bis die ersten Bußgeldverfahren kommen, riskiert teure Nachläufe.

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    TechGates Team

    Das TechGates-Team in Hamburg kuratiert geprüfte KI-Anbieter für den deutschen Mittelstand. Mehr über uns auf der Team-Seite.

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